Die lange Tradition der Harzer Likör Manufaktur Quedlinburg

Bereits im Jahre 1600 zählte die Stadt Quedlinburg mit gerade einmal 6000 Einwohnern über 100 Schnapsbrennereien im Stadtgebiet. Diese waren Vorläufer unserer heutigen, auch über regionale Grenzen hinaus bekannten Harzer Likör Manufaktur. Reiche Kornernten waren die Grundlage für diese Schnapsbrennereien. Begünstigt durch das vorherrschende Klima im Vorharzgebiet wurden seit jeher Kräuter- und Fruchtsaftliköre hergestellt. Somit konnten die zähen Harzer viele harte Winter und schwere Arbeit auf Feldern oder in Gruben durch regionale Erzeugnisse leichter überstehen.

1953 wurde die  Harzer Likörfabrik- und Weinkelterei Quedlinburg in Quedlinburg gegründet!

Die Harzer Likörfabrik- und Weinkelterei Quedlinburg entstand aus der Mosterei Schuchard als volkseigener Betrieb. In den danach folgenden Zeitabschnitten ergaben sich mehrere Zuordnungen von privatwirtschaftlich geführten Kleinunternehmen der Getränkeindustrie aus dem Landkreis Quedlinburg.

Harzer Juwel Tischwein

Somit wurden die über einen längeren historischen Zeitraum gesammelten Erkenntnisse der regionalen Herstellung von Spirituosen, Obstweinen, Fruchtsäften und alkoholfreien Erfrischungsgetränken erhalten und fortgeführt.

Mit der wachsenden Nachfrage nach alkoholfreien Erfrischungsgetränken wurde 1974/75 mit dem Aufbau eines modernen Betriebes zur Herstellung von alkoholfreien Getränken in Gernrode, Wellbachweg 22 begonnen und 1977 in Betrieb genommen. Die Standortentscheidung ergab sich aus der günstigen Lage zur Fernwasserversorgung der Rappbodetalsperre.

Auf Grund der in Gernrode geschaffenen Voraussetzungen und der dort vorhandenen Erweiterungsmöglichkeiten erfolgte von 1983 an schrittweise eine Konzentration aller Fertigungskapazitäten nach Gernrode.

Im Jahre 1989 wurden mit 265 Beschäftigten 3.021.800 Liter Spirituosen, 842.500 Liter Fruchtwein und 17.467.000 Liter alkholfreie Getränke hergestellt.

Zum 1. Juni 1990 erfolgte auf der Grundlage der Gesetze zur Privatisierung des volkseigenen Vermögens die Umwandlung des Betriebes Harzer Likörfabrik und Weinkelterei Quedlinburg, Sitz Gernrode in die Harzer Likörfabrik GmbH Gernrode.

Für die Anpassung an die Erfordernisse des marktwirtschaftlichen Wettbewerbes in Sicherung der weiteren Entwicklung des Unternehmens wurden kurzfristig Maßnahmen zum Abbau des vorhandenen unterschiedlichen Produktionsniveaus eingeleitet, die Produktionsgestaltung entsprechend den Erfordernissen verändert und der Aufbau eines leistungsfähigen Vertriebes in Angriff genommen.

Im ersten Vierteljahr nach der Währungsunion konnte mit den eingeleiteten Maßnahmen eine Stabilität in der betrieblichen Entwicklung erreicht werden. Mit der Neustrukturierung des Handels durch die Verschmelzung der Kaufhallen mit den Handelsketten aus den alten Bundesländern entfielen durch die nicht erfolgten Listungen und der Altlast mit der 0,5 L Alkoflasche wesentliche Marktanteile.

Im Ergebnis dieser Situation wurde die Sanierungskonzeption überarbeitet und dadurch boten sich auch günstige Möglichkeiten der Privatisierung an.

Mit der Erweiterung der vermögensrechtlichen Ansprüche durch die Gesellschafter der Firma C. Wesche, Fritze und Strube auf das gesamte Unternehmen und der gleichzeitigen Bekanntgabe einer Investitionsbereitschaft zeichnete sich ein Hoffnungsschimmer ab. Die anderen Interessenten gaben ihre vorab bekundete Kaufabsicht auf, da ein solcher Entscheidungsprozess Zeitraum in Anspruch nimmt, jedoch die Marktaufteilung kurz vor dem Abschluss stand.

Durch die erweiterten Ansprüche kam es zu einem Stillstand der notwendigen Sanierungsmaßnahmen. Die Entscheidung zog sich bis 15. Mai 1992 hin.

Der so verlorene Zeitraum (bei gleichzeitigem Wegbrechen des restlichen Marktes) bereitete dem Unternehmen aus betriebswirtschaftlicher Sicht große Probleme. Nach der Anpassung des Personalkonzeptes wurden die restlichen Mitarbeiter zum 30. Juni 1992 gekündigt. Es kam zu einer Einigung zwischen den Berechtigten und der Treuhand. Mit dem Gutachten der Treuhand wurde eine Entschädigungsregelung erreicht und die Harzer Liköre GmbH wurde mittels Liquidation aufgelöst.

Diese wurde dann auch durch den Gesellschafter zum 1. Juni 1992 beschlossen.

Familie Rolle kaufte 1993 die Markennamen und die Rezepturen der liquiden Harzer Liköre GmbH und gründete mit einem neuen Konzept am 1. Juli 1994 die Harzer Liköre GmbH. Kurz nach der Gründung begann der bauliche Ausbau der Anlage. Bis 2006 wurde das Unternehmen von Richard Rolle als Einzelunternehmer geführt. Im Rahmen der Rechtsnachfolge wurde das Unternehmen an die Söhne Sebastian und Stefan Rolle zu gleichen Teilen übergeben. Seit diesem Zeitpunkt wurde die Rechtsform der Firma in eine GbR umgewandelt und firmierte ab dato unter dem Namen Harzer Likörfabrik Rolle GbR (kurz: Harzer Likörfabrik) Gernrode.

Frau Dipl.-Ing. Helga Rolle, von Beruf Chemieingenieur und Destillateurmeisterin, wurde als Geschäftsführerin der GbR eingesetzt.

Seit dieser Zeit widmete sich die Harzer Likörfabrik Gernrode der Fertigung, dem Vertrieb und Verkauf von exklusiven, regionaltypischen Spirituosen und Likören mit stetig wachsendem Erfolg.

Zum 2.Januar 2016 wurde aus Altersgründen der Geschäftsführerin Helga Rolle die Harzer Likörfabrik Rolle GbR verkauft.

Mit der neuen Geschäftsinhaberin Nicole Tondera kam auch der neue Name, die Harzer Likör Manufaktur.